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Logistikdialog 2010

vom 10. November 2010 Übersicht

Logistikdialog 2010 Region Osnabrück

Logistikexperten diskutieren Zusammenarbeit.

Hasbergen-Gaste. Hoffnung für mittelständische Maschinenbaubetriebe und Logistikdienstleister in der Region: Experten sehen gute Chancen für eine „Renaissance der ortsnahen Lieferanten". Das ist ein Fazit des zweiten Osnabrücker Logistikdialogs, bei dem Fachleute aus der Region Münster-Osnabrück-Emsland über sinnvolle Prozessabläufe und firmeninterne sowie externe Lieferketten diskutierten. Als Beispiel dafür diente die Landmaschinenbranche. So fand das Treffen, zu dem die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land, die Bundesvereinigung Logistik und die Fachgruppe Logistik der Uni Osnabrück eingeladen hatten, beim Landmaschinenhersteller Amazone in Hasbergen-Gaste statt. Organisiert und gesponsert wurde die Veranstaltung durch den Niedersachsenpark, der gemeinsam mit der Hochtief Projektentwicklung GmbH aus Osnabrück die Idee des Logistikdialogs im Jahr 2009 ins Leben rief. Stefan Meyer-Wilmes, Leiter Logistik in Vreden beim Lkw-Aufliegerproduzenten Schmitz- Cargobull, plädierte dafür, sich beim Einkauf von Zulieferteilen wieder mehr als bisher der Dienste lokaler oder regionaler Firmen zu bedienen. Dem stimmte Klaus Blaffer, Leiter Logistik der Amazone-Werke, uneingeschränkt zu. Er nannte als Vorteil der Rückbesinnung auf regionale Stärken die „zeitnahe Taktung", denn im Gegensatz zum globalen Einkauf entfielen zum Beispiel lange, zeitaufwendige Lieferungen. Außerdem zeigten sich Betriebe, mit denen man schon lange zusammenarbeite, in der Regel flexibler. Gerade bei einem Betrieb wie Amazone, der seinen Kunden Tausende von verschiedenen Modellvarianten anbiete, seien Flexibilität und Schnelligkeit gefragt. Das stark saisonale Geschäft der Branche verlange eine schnelle Abwicklung der Aufträge. Da müssten die Lieferketten und die Logistik innerhalb des Unternehmens ineinandergreifen, um Verzögerungen zu vermeiden. In das gleiche Horn stieß Jürgen Schürer, Leiter Produktionslogistik beim Landmaschinenhersteller Claas in Harsewinkel. „Wir sourcen lokal für den lokalen Markt", betonte Schürer. Wie seine Kollegen von Schmitz-Cargobull und Amazone betonte Schürer, dass eine hohe Flexibilität heutzutage unabdingbar ist, gerade was auch die Belieferung angehe. Meyer-Wilmes nannte ein Beispiel: Gab es vor fünf Jahren etwa 1000 Bestellungen zur Sicherung der Auflieger-Produktion, so habe sich diese Zahl heute auf 5000 erhöht. Der Grund sei die stark gestiegene Flexibilität, die kleinere Bestellmengen bedinge. Die Logistik-Experten der Fahrzeugbauer lobten in diesem Zusammenhang die Kooperation mit Logistikdienstleistern. Als Vertreter dieser Branche betonte Norbert Lohr, Vertriebsleiter Europa der Fehrenkötter Transport & Logistik GmbH, dass eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden „superwichtig" sei. Diese Kooperation beginne schon beim Planen neuer Produkte, erläuterte Claas-Spezialist Schürer. Die immer größeren Mähdrescher seiner Firma bedingten immer speziellere Transportfahrzeuge. Also müsse hier sowohl der Trailerhersteller wie auch der Spediteur frühzeitig über die Pläne informiert werden. Dr. Ingmar Ickerott, Uni-Professor für Betriebswirtschaft und Logistikmanagement, fragte bei der Podiumsdiskussion, ob die Krise 2009 ein einmaliges Einknicken der Konjunktur gewesen sei. Die Experten waren sich einig, dass es künftig immer wieder ein starkes Auf und Ab geben werde. Allein schon wegen der starken Verknüpfungen einzelner Branchen. Dies sei am Beispiel der Verzahnung der produzierenden Industrie, der Fahrzeughersteller und der Logistikdienstleister gut zu sehen.

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