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BMHKW im Niedersachsenpark

Stefan Dinter, Leiter des Holzheizkraftwerks, mit Matthias Meyer u. Uwe Schumacher

vom 19. April 2013 Übersicht

Holzheizkraftwerk im Niedersachsenpark könnte ganz Neuenkirchen-Vörden versorgen

Täglich werden rund 200 Tonnen Landschaftspflegematerial verbrannt - Nutzung von Abwärme und Restasche

Neuenkirchen-Vörden/Rieste. Bei der Energieerzeugung im Holzheizkraftwerk der Bayernfonds BestEnergy 1 (BBE) aus Oberhaching geht es heiß her. Mit dem gewonnenen Strom können 10 000 Haushalte jährlich versorgt werden, also mehr als die Bevölkerung von Neuenkirchen-Vörden. Allerdings sei die Energie nicht direkt dort nutzbar, so Betriebsstättenleiter Stefan Dinter, sie müsse laut Gesetz in das Stromnetz eingespeist werden. Im Winter werden dazu täglich rund 200 Tonnen Landschaftspflegematerial verbrannt, im Sommer rund 170 Tonnen. Das sind rund 64 000 Tonnen im Jahr.
Das Holz beschafft ein Partnerunternehmen. Auch der Herbst- und Winterschnitt von Straßenbäumen in Neuenkirchen-Vörden und in anderen Kommunen landet im Holzheizkraftwerk. „Das Holz muss nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz absolut naturbelassen sein", sagt der Betriebsstättenleiter. Ausrangierte Weihnachtsbäume hätten daher keine Chance hier verbrannt zu werden. Dass die Lieferungen kein Altholz enthalten, werde auch bei jedem LKW kontrolliert. Am besten eigne sich eigentlich Stammholz, was aber eine Preisfrage sei. Meistens komme eine Mischung aus Rinde, Krone, Astwerk und Stammholz auf das „größte Osterfeuer der Region". Täglich werden rund acht LKW-Ladungen verheizt. Fast just in time. Eine umfangreiche Zwischenlagerung gibt es nicht.
Das Holzheizkraftwerk legt großen Wert auf Qualität. Jeder LKW werde kontrolliert, so Dinter. Ein Magnet fischt zudem eventuell enthaltene metallische Fremdkörper raus. Das perfekte Mischen der einzelnen Brennstoffqualitäten trägt ebenfalls dazu bei, eine gleichmäßige Qualität zu erhalten.Das Holz kommt dann ohne Vortrocknung in den Ofen. „Es muss eine Feuchtigkeit von 35 bis 55 Prozent haben", so Dinter. Das sei für einen gleichmäßigen Brennprozess sehr wichtig. Im Ofen werde das Holz zunächst automatisch getrocknet und dann verbrannt. Die Feuerung mittels eines Rundrostes ist die Erfindung einer finnischen Firma, die auch das Holzheizkraftwerk gebaut hat.
Durch die Verfeuerung des Holzes wird Wasser erhitzt und ein 485 Grad heißer Dampf erzeugt. Der wird dann auf eine Turbine geleitet und von dem angeschlossenen Generator wird dann der Strom erzeugt. Ein Teil des Dampfes wird aus der Turbine abgezapft und auf einen Wärmetauscher geleitet. In diesem Wärmetauscher kann Wasser für eine Fernwärmeleitung erhitzt werden, über die ein Unternehmen im Niedersachsenpark mit Wärme beliefert wird. „Für die Nutzung der Abwärme sind im Niedersachsenpark noch viele Möglichkeiten denkbar", so Niedersachsenpark Geschäftsführer Uwe Schumacher. Sie könne beispielsweise in Kälteenergie umgewandelt werden und dann für Kühlhäuser interessant sein.

Im Holzheizkraftwerk wird außerdem über die Möglichkeiten nachgedacht, „Reststoffe" der Verbrennung nutzbar zu machen. So werde zurzeit ermittelt, wie die entstehende Restasche erfolgreich für die Landwirtschaft verwendet werden kann. Denn bei der Verbrennung der nachwachsenden Rohstoffe bleiben rund vier Prozent Asche übrig.
Nur zweimal im Jahr wird die gesamte Anlage sechs Tage lang für Wartungsarbeiten abgefahren. Ansonsten wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr Strom und Wärme erzeugt. Zu der BBE gehören noch fünf weitere baugleiche Holzheizkraftwerke, die auf Niedersachsen, Sachsen und Hessen verteilt sind.

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